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Unser erster Talk im Park rund um User Experience bei Studitemps

Am Dienstagabend hat der erste Talk im Park bei uns stattgefunden. Wir haben uns gefreut, dass er direkt am ersten Abend so gut angenommen wurde: Trotz des guten Wetters und der WM hat es einige Interessierte zu uns in den Mediapark verschlagen, um den Vorträgen zuzuhören.

Einen Abend lang drehte sich alles um User Experience. Der erste Vortrag zum Thema „Practice-Based Design“ kam von Dominik Hornung, der seit einem Jahr UX Architect bei Studitemps ist und vorher als wissenschaftlicher Mitarbeiter an mehreren Forschungsprojekten der Uni Siegen gearbeitet hat. Vor dem Hintergrund hat er sich damit beschäftigt, welche theoretischen Konzepte eigentlich hinter den bekannten UX-Methoden stecken und was man darüber hinaus noch von ihnen lernen kann.

Veränderungen im Nutzungsverhalten

Zuerst geht Dominik auf Veränderungen im Nutzungsverhalten ein, auf die sich die Softwareentwicklung einstellen muss. Früher wussten wir genau, wer die Nutzerinnen und Nutzer sind und wie und wo sie das Produkt verwenden: zu Hause vor dem Computer. Mittlerweile sind Technologien tief in den Alltag und die Lebenswelten der Menschen eingebettet. Sie werden in Situationen mit anderen Personen genutzt oder dienen der Kommunikation. Durch Smartphones können Technologien immer und überall genutzt werden.

Dominik Hornung erzählt beim Talk im Park etwas über die Theorien hinter bekannten UX-Methoden.

In der Softwareentwicklung wird versucht, diese Veränderungen durch User-Centered Design und agile Methoden abzubilden. Dominik kritisiert in seinem Vortrag an Methoden wie User Tests in künstlichen Settings, dass man so nie den realen Alltag oder die Lebenswelt der Nutzer abbilden kann. Der Vortrag dreht sich weiter um Practice-based Design als übergeordnetes System und behandelt verschiedene Konzepte wie Technology Appropriation, Participatory Design, ethnographische Methoden und soziotechnische Systeme.

Beta-Tests über längere Zeiträume

Zum Schluss geht Dominik darauf ein, wie sein Scrum-Team bei Studitemps Methoden der praxisbasierten Technologie-Entwicklung anwendet. User Tests sind nach wie vor wichtig, um in frühen Stadien Ideen zu testen. Zusätzlich werden aber Beta-Tests über längere Zeiträume von ein bis zwei Wochen durchgeführt. Sie haben nicht nur den Sinn, Bugs zu finden, sondern wirklich inhaltlich Features in der Praxis zu testen. Eine Möglichkeit – wenn man die Nutzer und Nutzerinnen schon nicht ständig beobachten oder ihnen Fragen stellen kann – ist außerdem, wenigstens die Feedbackkanäle so gut erreichbar wie möglich zu machen und am besten schon direkt aus der Nutzungssituation Feedback zu ermöglichen.

Früher war mehr Lametta

Nach dem Vortrag hält Michel Wollenschläger seinen Talk. Er ist seit über zehn Jahren digitaler Produktdesigner und hilft Unternehmen dabei, ihre digitale Strategie und Markenidentität umzusetzen. Mit Begeisterung gestaltet und entwickelt er User Interfaces und Design Systeme für große und crossmediale Projekte. In seinem Talk „Früher war mehr Lametta“ kritisiert er die Ideenlosigkeit der Design- und UX-Szene.

Michel Wollenschläger kritisiert die Vereinheitlichung der Design-Szene.

Seine These ist, dass sich Webseiten durch die Verwendung von Templates und unzählige Beispiele von Best Practices, die für alle einsehbar sind, immer mehr aneinander angleichen. Er sagt, dass die Markenidentität verlorengeht, wenn alle die gleichen Templates befüllen und nur ihr Logo austauschen – und wahrscheinlich haben sich viele der Zuhörenden bei seinem Beispiel, wie Webseiten häufig aufgebaut sind, wohl ein wenig ertappt gefühlt.

Michels Forderung ist daher: Create for Content. Außerdem fordert er dazu auf, Regeln öfter mal zu brechen – aber verantwortungsvoll. Nur so können „Branding Moments“ und innovative Dinge entstehen, die eigentlich den Regeln widersprechen.

Anschließend gab es noch ein paar Fragen – gerade zu seiner Aufforderung, die Regeln zu brechen, da einige Konzepterinnen und Konzepter im Publikum saßen.

Der Talk im Park fand im Juni zum Thema User Experience bei Studitemps statt.

Insgesamt war es ein schöner Auftakt zum Talk im Park, den wir mit ein paar Kölsch und Zeit zum Netzwerken und Diskutieren ausklingen lassen haben. Das Meetup wird nun etwa alle zwei Monate bei uns im Mediapark stattfinden. Beim nächsten Talk im Park im September wird es mit Marco Heimeshoff um Domain Driven Design gehen.